EU Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Quer- und Seiteneinstieg in den Lehrerberuf

In den meisten Bundesländern besteht die Möglichkeit, auch ohne lehramtsspezifisches Studium als Quer- oder Seiteneinsteiger/in in der Schule zu unterrichten. Gründe für diesen alternativen Weg in den Lehrerberuf sind zum einen der allgemeine Lehrermangel,  zum anderen der Mangel in bestimmten Fächern, insbesondere den mathematisch-naturwissenschaftlichen und musischen Fächern.

Eine Übersicht über den (aktuellen und zukünftigen) Lehrerbedarf und die Mangelfächer finden Sie hier:
„Lehrerbedarf und Lehrpersonalentwicklung in den Bundesländern“

Wer sind Quer- und Seiteneinsteiger/innen – und wo sind die Unterschiede?
Als Quereinsteiger/innen oder Seiteneinsteiger/innen für den Lehrerberuf kommen nur Personen in Frage, die über einen – nicht lehramtsbezogenen – Hochschul- oder Fachhochschulabschluss verfügen. Hochschul- und Fachhochschulabschlüsse können unter bestimmten Voraussetzungen als Erste Staatsprüfung oder als Teile einer Ersten Staatsprüfung für das Lehramt anerkannt werden. In der Regel haben Quer- oder Seiteneinsteiger/innen schon eine Weile in einem anderen Beruf gearbeitet, bevor sie sich für den Lehrerberuf interessieren.

Seiteneinsteiger/innen
Seiteneinsteiger/innen sind Personen, die weder Lehramt studiert haben noch am Vorbereitungsdienst/Referendariat teilgenommen haben. Sie kommen häufig direkt aus dem Berufsleben in die Schule. Berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahmen werden in etlichen Bundesländern während der Tätigkeit als Lehrkraft angeboten. Eine Verbeamtung ist bei Seiteneinsteiger/innen nicht vorgesehen.
Chancen für den Seiteneinstieg:
Die aktuelle Situation in Deutschland kommt besonders den Seiteneinsteiger/innen zu Gute, da deren Einstellung eine schnelle Bedarfsdeckung in akuten Mangelfächern ermöglicht. Obwohl bestimmte Fächer in allen Bundesländern zu den klassischen Mangelfächern (Mathematik, Physik, Chemie, Kunst, Musik, Ethik und Latein) zählen, bestehen Unterschiede in der Einstellungspolitik in den einzelnen Bundesländern. Dies betrifft auch die Schulformen, in denen ein Seiteneinstieg möglich ist. Grundsätzlich nimmt der prozentuale Anteil der Einstellungen von Seiteneinsteiger/innen an allen Einstellungen in den Lehrerberuf zu und liegt im Bundesdurchschnitt bei 5,9%. Besonders hoch ist der Anteil in Nordrhein-Westfalen (ca.12%), Berlin (11%) und Rheinland-Pfalz (9%). Die Möglichkeit eines Seiteneinstiegs für allgemeinbildende und berufliche Schulen besteht in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg gibt es den Seiteneinstieg nur für Berufsschulen. In Bayern und Hamburg werden dagegen nur Quereinsteiger/innen zugelassen. Sachsen-Anhalt bietet weder den Quer- noch den Seiteneinstieg an.Mehr Infos unter:
„Information der Kultusministerien über den Seiteneinstieg“
Studie zum Seiteneinstieg in Deutschland

Quereinsteiger/innen
Personen die vor ihrer Tätigkeit als Lehrer/in den Vorbereitungsdienst bzw. das Referendariat durchlaufen, werden als Quereinsteiger/innen bezeichnet. Nach dem zweiten Staatsexamen arbeiten sie als voll ausgebildete Lehrer/in und können - je nach Alter - auch verbeamtet werden.
Chancen für den Quereinstieg:

Auch Quereinsteiger/innen haben gute Chancen, um von ihrer beruflichen Tätigkeit in den Lehrerberuf zu wechseln, sofern sie eine Anerkennung ihres Hochschulstudiums als erste Staatsprüfung oder Teil einer ersten Staatsprüfung bekommen. Die Befugnis über eine Anerkennung liegt bei den jeweiligen Bezirksregierungen bzw. Landesschulbehörden und muss von ihnen gesondert angefordert werden. Grundsätzlich werden Hochschulabschlussprüfungen von Universitäten, Musik-, Sport- oder Fachhochschulen akzeptiert, die in Prüfungsleistungen der Erziehungswissenschaften oder in schulisch relevanten Fächern absolviert worden sind.
Im Falle einer erfolgreichen Anerkennung kann anschließend eine Anmeldung für den Vorbereitungsdienst erfolgen. Wie auch beim Seiteneinstieg ist hier eine Abhängigkeit von der jeweiligen Situation (Mangellage) im Bundesland gegeben. Die Anerkennung hängt von den jeweiligen Anerkennungserlassen ab. Im Studienseminar konkurrieren die Quereinsteiger/innen mit den Absolvent/innen, die ein lehramtsspezifisches Studium durchlaufen haben. Für den Erfolg sind dann die Abschlussnote sowie die Fächerkombination entscheidend.