EU Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Wirtschaft, Wissenschaft oder Schule?

Vielleicht kennen Sie diese Situation von sich selbst: Während der Schulzeit lernt man das eine oder andere Unterrichtsfach besonders schätzen, und man überlegt, ob man nach dem Abitur dieses Fach studieren soll. Zwei Möglichkeiten kommen dann in Betracht: ein reines Fachstudium oder ein Lehramtsstudium. Möglicherweise fällt Ihnen persönlich die Entscheidung zwischen Fach- und Lehramtsstudium ohnehin leicht:

  • Wenn Ihr Fachinteresse sehr hoch ist und Sie zugleich wenig Lust verspüren, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, dann liegt natürlich ein Fachstudium nahe. Im Verlauf dieses Studiums können Sie dann entscheiden, ob Sie einen stärker wissenschaftlichen Akzent setzen möchten, um später in einer Forschungseinrichtung zu arbeiten, oder ob Sie Ihre Fachwissen eher in Form praktischer Arbeit in der Wirtschaft verwerten möchten. Oft lässt sich auch beides verbinden, und vielleicht ergibt sich auch einmal eine Lehraufgabe in der beruflichen Fortbildung oder an der Universität.
  • Wenn Sie bemerken, dass Ihnen das Zusammensein mit Kindern und Jugendlichen mindestens ebensoviel Freude macht wie die Beschäftigung mit Ihren Lieblingsfächern, dann kann der Lehrerberuf eine ideale Möglichkeit sein, beide Interessengebiete zu verbinden. Der Beruf als Fachlehrerin oder Fachlehrer an einer Hauptschule oder an einer mittleren oder höheren Schule könnte dann für Sie genau das richtige sein.

Falls Sie aus diesem Grund einem Lehramtsstudium zuneigen, dann sollten Sie Folgendes bei Ihrer Entscheidung mitbedenken:

  • Als Lehrerin oder Lehrer unterrichten Sie Ihre Lieblingsfächer nicht auf dem Niveau Ihres eigenen Wissens und Verstehens, sondern auf dem intellektuellen Niveau einer bestimmten Altersgruppe von Schülerinnen und Schülern, und das unter Umständen mehrere Jahrzehnte lang. Es gibt in dieser Zeit sicher viele wissenschaftliche Erkenntnisse in Ihrem Fach, und Sie selbst werden immer wieder Neues dazu lernen. Das können Sie zwar in den Unterricht einfließen lassen, im Wesentlichen werden Sie aber nur die Grundlagen des Faches unterrichten.
  • Für die Schülerinnen und Schüler ist Ihr Fach nur eines von vielen Unterrichtsfächern, und Sie dürfen nicht damit rechnen, dass sich alle Schülerinnen und Schüler gerade für dieses Fach interessieren. Viele Schülerinnen und Schüler werden sich damit zufrieden geben, eine positive Abschlussnote zu bekommen – selbst wenn Sie sich noch so bemühen, den Unterricht attraktiv zu gestalten.
  • Durch die Wahl des Lehramtes können Sie beeinflussen, in welchem Verhältnis der Fachunterricht zum allgemeinen pädagogischem Umgang mit den Schülerinnen und Schülern steht:
  • Am geringsten ist die Bedeutung des Faches an der Grundschule und an der Sonderschule, dafür haben Sie dort ein breites Spektrum an Fächern zu unterrichten.
  • Höher ist die Bedeutung des Faches an der Hauptschule, wobei es sein kann, dass Sie aus administrativen oder pädagogischen Gründen auch andere Fächer unterrichten müssen als die von Ihnen studierten.
  • Am größten ist die relative Bedeutung des Faches an der Oberstufe der allgemeinbildenden höheren Schule und an den berufsbildenden Schulen. Sofern es an der betreffenden Schulart auch Unterstufenklassen gibt, werden Sie aber immer auch solche Klassen zu unterrichten haben.

Für welche Schulart Sie sich auch entscheiden: Die wesentlichen Aufgaben des Lehrerberufs sind die selben! Lesen Sie mehr darüber im Informationstext "Das Tätigkeitsprofil von Lehrer/innen"

Vielleicht sind Sie sich auch noch gar nicht sicher, ob Sie Ihr Lieblingsfach überhaupt studieren sollen? Vielleicht haben Sie auch Berufe gefunden, wo Sie ohne Studium in Ihrem Interessenbereich arbeiten können oder wollen erst später studieren und zuerst einmal arbeiten? Stöbern Sie einmal in unseren Reportagen, dort erfahren Sie, wie Andere ihre Lehrer- oder Berufslaufbahn geplant haben.

jm und bn