EU Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Szenario für den Berufskunde-Unterricht

Für die professionelle Begleitung eignet sich besonders gut die „Geführte Tour 1“ zur Frage „Soll ich ein Lehrerstudium beginnen?“. Geführte Touren sind Abfolgen von Selbsterkundungs-Verfahren mit differenzierten Auswertungen, in die man mit einem Code einsteigt, die jeweils unterbrochen oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten wiederholt werden können und die in eine abschließende Gesamtauswertung mit weiterführenden Tipps und Links münden. Da man sie in beliebigen Zeitabständen wiederholen und seine Ergebnisse vergleichen kann, bringen solche geführten Touren ein deutliches Entwicklungsmoment in die Laufbahnberatung mit ein. Wir haben in einem Szenario einmal eine mögliche professionell begleitete Nutzung zusammengestellt:

  • Eine am Beruf Lehramt interessierte Schülergruppe bearbeitet gemeinsam mit dem Berufskundelehrer CCT. Die Schüler/innen diskutieren über die Informationstexte, surfen auf den durch Links empfohlenen Webseiten zum Lehrerberuf und stöbern ein wenig in den Reportagen aus dem Lehreralltag. In den Reportagen erleben sie etwa, wie es anderen auf ihrem Weg ins Lehramt erging oder wie erfahrene Lehrer/innen ihren Beruf sehen.
  • Die Schüler/innen steigen in die geführte Tour ein und nach jedem Tourabschnitt wird eine Reflexionspause eingelegt. In Zweiergruppen stellen die Schüler/innen ihr Testergebnis zur Diskussion und erhalten durch ihren Partner eine „fremde“ und vielleicht auch ganz neue Perspektive.
  • Erste pädagogische Erfahrungen wie Babysitten, Kindergruppenleiten oder Sport und Spiel mit Kindern werden in Bezug auf den Lehrerberuf kritisch reflektiert.
  • In einer Praxisphase hospitieren die Schüler bei Lehrerinnen und Lehrern unterschiedlicher Schulformen, danach werden die Selbsterkundungs-Verfahren in der geführten Tour erneut durchlaufen und die Ergebnisse mit den ersteren verglichen und auf Veränderungen überprüft.
  • Die Beispiel-Situationen aus den Einblicken (Wenn ich mich in einer schulischen Situation so verhalte, passt solch ein Verhalten zu den Anforderungen des Lehrerberufs oder eher nicht?) werden als Grundlage für eine sensibilisierte Selbst- und Fremdbeobachtung im weiteren Unterricht genommen. Besuche in Seminaren und Vorlesungen von Universitäten runden das Bild von der Berufsausbildung Lehramt ab.

Welche Ziele können Berufskundelehrer/innen mit CCT verfolgen? Perspektivenwechsel, Praktikumsvorbereitung und Berufswahl 

Je nach Nutzungsintensität kann das Programm CCT als Hilfsmittel zum Perspektivenwechsel für Schülerinnen und Schüler dienen, die damit das gesamte Berufsspektrum vom Unterrichten über Vorbereiten, Elterngespräche und Beurteilen und Korrigieren kennen lernen können. Genauso gut denkbar wäre der Einsatz von CCT als Vorbereitung auf das Berufspraktikum, mit vorheriger intensiver Vorbereitung und nachherigem Durchlauf der Selbsterkundungs-Verfahren. Das eigentlich vordringliche Anliegen von CCT liegt für die Zielgruppen der Schülerinnen und Schüler eindeutig in der Begleitung der Berufswahlphase mit seinen Facetten der Information, Auseinandersetzung, Interessenerforschung und Prüfung der persönlichen Eignung und Entwicklungsfähigkeit und –bereitschaft. 

Damit leitet CCT beratend in die Ausbildung über, die kritische Reflexion der Ergebnisse und Tipps etwa aus den Selbsterkundungs-Verfahren erleichtern ein bedürfnisgerichtetes und zielorientiertes Studium. Wer frühzeitig gelernt hat, etwas für seine persönliche und berufliche Entwicklung zu tun, wird wahrscheinlich auch später im Berufsleben weiter an sich arbeiten, offen sein für Veränderungen und neue Erkenntnisse. Damit wird bereits in der Berufswahlphase ein Grundstein gelegt für eine berufliche Veränderungs- und Entwicklungsbereitschaft, die für den Lehrerberuf noch lange nicht selbstverständlich, aber immer notwendiger ist. 

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