EU Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Mein Lehramtstudium – Eine Welt an Eindrücken und (erst) das 2. Schulpraktikum als Schlüssel zum Beruf

Philipp, 27 Jahre, 8. Semester, Lehramt an berufsbildenden Schulen, Fachrichtung Sozialpädagogik, Deutschland 

Ganz ehrlich gesagt, ist mein Interesse am Lehrerberuf erst während des Studiums entstanden
 

Es waren vor allem die Schüler und Lehrer in meinem 2. Schulpraktikum, die das riesige Puzzle Lehramtsstudium zusammenbrachten. Zuvor hatte ich – so mein Eindruck heute – die unterschiedlichsten Themen zusammenhangslos studiert (von Tiefenpsychologie bis Arbeitsrecht) sowie ein wunderschönes Studienjahr in den USA verbracht. Ich habe mich in Prüfungssituationen Herausforderungen gestellt, die vermutlich nichts mit den zukünftigen Anforderungen an mich als Lehrer zu tun haben und ich habe mich in der Universität oft gelangweilt und mich mehr als einmal gefragt, worauf ich eigentlich durch mein Studium vorbereitet werde. 

Schlüsselerlebnis: Erfahrung eigener Kompetenzen im konkreten Unterricht
 

Vor einer Klasse in einer Erzieherfachschule habe ich dann gelernt, wie wichtig das Prinzip der Freundlichkeit, der Anschaulichkeit der Unterrichtsinhalte und der Konzentration auf den Unterrichtsstoff sind. Diese Prinzipien habe ich, ohne es gemerkt zu haben, vermutlich von meinen Dozenten in den USA gelernt. Ich habe während dieses Schulpraktikums zu meiner Überraschung festgestellt, das zumindest Berufsschüler auch für hochkomplizierte, fachwissenschaftliche Theorien zu begeistern sind. Es war ein gutes Gefühl zu sehen, das ich zum Teil durch Inspirationen aus Psychologie- und Didaktikveranstaltungen an der Universität schon sicherer vor den Schülern gestanden habe, wie das noch während des 1. Schulpraktikums der Fall gewesen war. 

Herausforderung: Kreativität in der Lehrerrolle – Verunsicherung: Hektik und Zeitknappheit


Würde mich jemand fragen, was zusammengefasst die angenehmste Herausforderung der Schulpraktika war, so würde ich spontan und ohne lange zu überlegen auch das hohe Maß an Kreativität nennen, das einem die Gestaltung von Unterrichtstunden und eigentlich sämtliches Handeln in der Lehrerrolle abverlangt. Würde man mich fragen, was mich am meisten verunsichert hat, so kommt mir auf ähnlich direktem Wege die Hektik des Schulalltags in Erinnerung, die zeitliche Knappheit bei der Unterrichtsvorbereitung sowie der oft parallele Einsatz in unterschiedlichsten Missionen der Schule. 

Unterstützung durch Lehrer, Professoren und Kommilitonen
 

Es war in diesem Zusammenhang sehr interessant zu sehen, wie wichtig in solchen Stresssituationen die Unterstützung und das Vertrauen der Lehrer war, die mich im Praktikum betreut haben. Dasselbe gilt sicherlich auch für die Unterstützung durch meine Professoren und Kommilitonen bei der Bewältigung universitärer Herausforderungen, d.h. im Moment vor allem bei den bevorstehenden Abschlussprüfungen. Abschließend kann ich sagen, dass ich mich auf einen lebendigen Beruf mit einem Scherpunkt auf menschlichen Kontakt freue, und dass ich hoffe, dass sich der wichtige Kontakt mit meinen Kommilitonen auf irgendeine Art und Weise fortsetzen wird.